Dem Insektensterben entgegenwirken

Insektensterben – Der IPBES (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) hat neulich eine Studie zum Thema Bestäubung veröffentlicht, die in einem Bericht für Policy Makers zusammengefasst wurde. Die Studie sieht in Pestiziden und insbesondere den Neonicotinoiden eine der Hauptbedrohungen für Bestäuberinsekten. Nichts Neues, oder? Eine Reihe von Studien hat in den vergangenen Jahren schon gezeigt, dass die intensive Landwirtschaft ein wesentlicher Grund für den Rückgang der Artenvielfalt und die Belastung von Wasser und Boden in Europa ist. Auch deshalb fordern der NABU und sein Dachverband BirdLife International gemeinsam mit einem breiten Bündnis von über 80 europäischen Nichtregierungsorganisationen aus den Bereichen, Umwelt, Gesundheit und Ernährung mit einem offenen Brief an Kommissionspräsident Juncker, die GAP, die Gemeinsame Agrarpolitik der EU, auf den Prüfstand zu stellen.

Die Politik wird mit Sicherheit ihre Entscheidungen konsequent treffen, und diese gefährlichen Chemikalien außer Kraft setzen. Leider dauert aber das Gesetzgebungsverfahren meistens ein paar Monate, manchmal Jahre, wenn man gegen die Interessen irgendwelcher Unternehmen stößt … Was kann man in der Zwischenzeit tun, damit das untere Bild keine Seltenheit wird?

Insektensterben - Was kann man machen, damit ein Bild wie das keine Seltenheit wird?

Massives Insektensterben – wir müssen was tun

So der Titel eines Artikels von Mellifera e.V.

Der Artikel fängt mit einer naiven Frage an und zwar: „Wann haben Sie das letzte Mal ihre Autofrontscheibe von toten Insekten gereinigt?“ Der Leser erfährt aber bald, dass es hier nicht um ein neues Putzmittel sondern um ein sehr wichtiges Thema geht, das uns allen (ebenso wie andere Tiergruppen) betrifft. Wenn man bedenkt, dass 75% der weltweiten Nutzfrüchte zumindest in Teilen auf die Bestäubung angewiesen sind, würde das heißen, dass bei fortschreitendem negativem Trend ein Großteil der landwirtschaftlich tätigen Bevölkerung in Existenznöte geraten könnte, wie in dem bereits zitierten Bericht des IPBES zu lesen ist.

Insektensterben und Einkaufsverhalten

Dass mit dem täglichen Konsumverhalten schlechte Praxen bestraft werden können, ist jedem bekannt. Trotzdem vergessen wir es leider ziemlich oft. Jedes Mal, wenn wir etwas einkaufen, werden wir Gehilfe von all dem, was geschehen ist, um das Produkt herzustellen, im Guten wie im Schlechten. Das habe ich schon in meiner Jugendzeit dank Fabrizio De André (einem italienischen Liedermacher) sofort gelernt. Der hat diese Strophe nicht umsonst gesungen „auch wenn Ihr glaubt, freigesprochen zu sein, seid Ihr trotzdem involviert“. Ich hoffe jetzt nur, kein schlechtes Gewissen in Euch geweckt zu haben …

Wenn das der Fall wäre, habe ich ein Therapeutikum für Euch bereit: stopp mit dem englischen Rasen, legt in eurem Garten eine Blumenwiese an. Sie sehen nicht nur attraktiv aus, sie bieten auch einen wertvollen Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere, darunter natürlich auch für Insekten. Ein paar Tipps wie die Landschaft zum Blühen gebracht werden kann, findet ihr auf der Webseite des Netzwerks Blühende Landschaft.

Keine Sorge: die Imker sind für Euch da

Ich kann nachvollziehen, dass es schwierig ist, gezwungen zu sein immer nachzudenken. Wir beschäftigen uns damit schon den ganzen Tag, oder? Vielleicht wollen die Leute sich deshalb zumindest beim Einkaufen eine kleine Pause gönnen. Zum Glück gibt es tausende Imker und Imkerinnen, die Deutschlandweit sich um ihre Bienen und damit indirekt um unsere Umwelt und die Art der Landwirtschaft, die betrieben wird, kümmern.

Wollen Sie dem Insektensterben entgegenwirken? Unterstützen Sie einen Imker / eine Imkerin in Ihrer Nähe und zeigen Sie damit Ihre Dankbarkeit für diese wertvolle Leistung. Hören Sie ein leichtes Summen? (K)ein Wunder! Es sind unsere Mitarbeiterinnen, die Ihre Umgebung für Sie, für uns alle, überwachen.

das Imkerhonig.org Team

photo credit: 2015-collected-print-4186 via photopin (license)

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.