Regionaler Honig, ein Spiegelbild der Landschaft

Regionaler Honig: Regionale Herkunft spielt bekanntlich bei der Kaufentscheidung eine immer stärkere Rolle.

Kurzfassung vom Artikel von Dr. Birgit Lichtenberg-Kraag vom LIB Hohen Neuendorf erschienen auf die Biene, Heft 02/2014, pp. 18 – 19

Die im Honig enthalten Pollen zeigen uns bekanntlich seine botanische Herkunft an, d.h. von welchen Pflanzen die Bienen Nektar gesammelt haben. Untersucht man viele Honige aus einer Region, erhält man ein typisches Pollenprofil.

Projekt zur Charakterisierung von Honigen

Im Jahr 2007 wurde das Forschungsprojekt „Authentifizierung von Honigen ausgewählter Regionen“ ins Leben gerufen. Ziel war es herauszufinden, ob man Honigen aus einer bestimmten Region das Prädikat „typisch bzw. authentisch“ für dieses Gebiet zusprechen kann.

Insgesamt haben sich fünf Regionen an dem Projekt beteiligt, darunter Berlin und der Spreewald.

Regionaler Honig aus der Stadt bzw. aus dem Land

In der Stadt: Pollen von Gehölzen

Generell sind in Städten Bäume und Sträucher die wichtigsten Trachtpflanzen. In fast allen Honigen findet man zudem unabhängig von der Jahreszeit Vergissmeinnicht. Der Rapspollenanteil ist sehr niedrig (10 – 15 %), in ca. 70% der Sommerhonige findet man gar keinen Rapspollen.

Auf dem Land: Nutz und Wildpflanzen

Regionaler Honig aus demSpreewald: die Kornblume dominiert

photo credit: Mauerweg via photopin (license)

Die Honige aus dem überwiegend ländlichen Regionen zeigen ein komplett anderes Bild. Dieses ist erwartungsgemäß ganz entscheidend von der Art der Landwirtschaft geprägt. Dabei wurde schnell deutlich, dass in den Frühjahrshonigen der Raps sehr dominierte. Der Anteil an Rapspollen lag im Schnitt bei 70 – 80 %, und diese Honige enthielten im Durchschnitt nur etwa 20 verschiedene Pollentypen.

Im Gegensatz zur Stadt nehmen hier Wildpflanzen, aber auch andwitschaftliche Nutzpflanzen einen wesentlich größeren Trachtanteil ein als Bäume und Sträucher. In den Sommerhonigen des Spreewalds dominiert die Kornblume, die in vielen Regionen Deutschlands kaum noch zufinden ist.

Regionalität als Verkaufsargument

Im Spreewald wurde das Projekt von der Bürgerstiftung Kulturlandschaft Spreewald unterstützt. Daraus ist der Spreewälder Stiftungshonig entstanden, der an attraktiven Standorten an Touristen vermarktet wird. Die Einnahmen aus dem Verkauf sollen in Imkerprojekte vor Ort fließen. Ein Beispiel, das zeigt, wie dieses Projekt in die Praxis umgesetzt werden kann.

Für Berliner Imker besteht jetzt auf Anfrage die Möglichkeit, die Ergebnisse des Projektes zum „Berliner Stadthonig“ in Form eines Plakates zu präsentieren und damit den Kunden die Trachtpflanzenvielfalt ihrer Honige zu demonstrieren.


Nicht zu vergessen: regionaler Honig!!!
Ihr erhaltet somit die Bestäubungsleistung in eurer Umgebung, denn nur regionale Bienen besuchen euren Obstbaum, nicht die aus „EU- und Nicht-EU-Ländern“. Und nur bestäubte Blüten werden zu schönem Obst.